Ob im Cevilager, am Jubla-Nachmittag oder im Jugendtreff: Oft tauchen rechtliche Fragen auf, denen Leitungspersonen der Jugendarbeit ratlos gegenüberstehen. Darum luden  die Jugendfachstellen der katholischen und evangelischen Landeskirchen TG  zu einem Weiterbildungsabend zu diesem Thema nach Weinfelden ein.

„Hoffentlich bereue ich nachher nicht, dass ich diese Veranstaltung besucht habe“, meinte Remo Kleiner, der 29-jährige Jugendarbeiter der evangelischen Kirchgemeinde Berg vor dem Referat des Juristen Matthias Lüthi, halbironisch-halbernst. "In meiner Arbeit versuche ich stets, ein Höchstmass an Sicherheit zu gewährleisten und den gesunden Menschenverstand einzusetzen. Doch gewisse Risiken gehen wir natürlich trotzdem ein. Beispielsweise, wenn wir am Schlittel-Weekend Schanzen bauen. Ich kann mir vorstellen, dass dies bereits problematisch sein könnte, würde mal etwas Schlimmeres passieren. Aber dann sollte man am besten gleich zuhause bleiben und nichts mehr wagen. Ohne ein gewisses (kalkulierbares) Risiko bleibt die Jugendarbeit doch fade und langweilig. Deshalb bin ich nun gespannt, ob mich die Erkenntnisse des Abends eher be- oder entlasten werden.“

Die Verantwortlichen des tarjv  (Thurgauer Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände), die diese Abendveranstaltung mitunterstützten, waren überrascht über das grosse Interesse an einer an sich „trockenen Materie“. Über 70 interessierte Leiter/innen aus Jubla, Pfadi , Cevi, BESJ, Blaues Kreuz und der offenen Jugendarbeit lauschten den Ausführungen des 50-jährigen Juristen, der selber während Jahren in der Jugendarbeit tätig war. In einem ersten Teil erklärte Lüthi, in welchem Bereich des Rechts sich die Jugendarbeit bewegt. Dann zeigte  er den Zuhörenden anhand von konkreten Fragen, welche Risiken gemieden werden sollten und wie die Jugendarbeit innerhalb des Rechts gestaltet werden kann. Im zweiten Teil brachten die engagierten Leiter/innen Situationen aus ihrer Arbeit mit, in denen sie sich unsicher fühlten.  „Dürfen wir die Fotos vom letzten Lager ins Netz stellen? Müssen wir den Eltern melden, dass ihre 15 -jährige Tochter im Lager gekifft hat?“, diese und andere Fragen wurden beantwortet und zum Teil engagiert diskutiert. Die Leiter/innen sind gerade bei Fragen im Zusammenhang mit dem Internet und den neuen Medien herausgefordert, einen gangbaren Weg zu finden. Viele Unsicherheiten konnten geklärt werden.

„Es ist gut, dass ich gekommen bin“, meinte Remo Kleiner nach der Veranstaltung. „Ich fühle mich bestärkt, in dem was ich täglich mache. Und eines ist für mich klar: In meiner Jugendarbeit setze ich weiterhin auf „Action“!“